Konstanz. Nach zwei wetterbedingten Verschiebungen konnten Schülerinnen und Schüler der Zeppelin-Gewerbeschule gemeinsam mit der Traditionsgemeinschaft der ehemaligen Garnisonstadt Konstanz und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Pflege- und Instandsetzungsarbeiten an der Konstanzer Riesenbergkapelle durchführen.Im Rahmen des Arbeitseinsatzes wurden insbesondere Grünpflegearbeiten rund um die Kapelle sowie Malerarbeiten an den Außenanlagen durchgeführt. Mit ihrem Einsatz leisteten die Jugendlichen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt eines bedeutenden Konstanzer Erinnerungsortes.
Neben der praktischen Arbeit stand die historische Bildung im Mittelpunkt des Projekttages. Der Vorsitzende der Traditionsgemeinschaft Klaus Schöner vermittelte den Schülerinnen und Schülern zu Beginn die geschichtliche Bedeutung der Stadt Konstanz als Garnisonsstandort sowie die Hintergründe zur Entstehung der Riesenbergkapelle. Dabei wurde deutlich, welche Auswirkungen die beiden Weltkriege auf die Stadt und ihre Bevölkerung hatten und warum die Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewalt bis heute von Bedeutung ist. Die Riesenbergkapelle gehört zu den wichtigsten historischen Erinnerungsstätten der Stadt Konstanz. Die 1925 eingeweihte Gedenkstätte wurde auf Initiative Konstanzer Bürger und ehemaliger Soldaten errichtet. Sie erinnert an die Gefallenen und Vermissten der in Konstanz stationierten Regimenter sowie an die Opfer der beiden Weltkriege. Die Kapelle steht heute unter Denkmalschutz und ist ein sichtbares Zeugnis der Konstanzer Stadt- und Militärgeschichte. Seit vielen Jahrzehnten kümmert sich die Traditionsgemeinschaft der ehemaligen Garnisonstadt Konstanz ehrenamtlich um den Erhalt und die Pflege der Anlage. Mit großem persönlichem Engagement sorgt sie dafür, dass dieser besondere Erinnerungsort erhalten bleibt und auch künftigen Generationen als Ort des Gedenkens und der historischen Auseinandersetzung offensteht.
Schulleiter Marco Junge betonte die Bedeutung des Projekts für die Schülerinnen und Schüler: „Die Riesenbergkapelle ist ein besonderer Erinnerungsort der Stadt. Indem unsere Schülerinnen und Schüler zu ihrem Erhalt beitragen, erleben sie Geschichte unmittelbar und übernehmen Verantwortung für das kulturelle Erbe unserer Region. Denkmalpflege bedeutet weit mehr als den Erhalt von Gebäuden. Sie bewahrt die Erinnerung an Menschen und Ereignisse, die unsere Gesellschaft geprägt haben, und macht Geschichte für junge Menschen erfahrbar.“
Auch der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge sieht in solchen Projekten einen wichtigen Beitrag zur historisch-politischen Bildung. Die Bildungsreferentin des Volksbundes Karina Maier erklärte: „Wenn junge Menschen selbst an einem historischen Erinnerungsort tätig werden, entsteht ein Zugang zur Geschichte, der weit über den Unterricht hinausgeht. Solche Projekte fördern historisches Bewusstsein, Verantwortungsbereitschaft und die Auseinandersetzung mit den Folgen von Krieg und Gewalt. Deshalb sind sie für unsere Bildungsarbeit von besonderem Wert und besonders sinnstiftend.“
Die Beteiligten zogen am Ende des Arbeitseinsatzes ein durchweg positives Fazit. Die gelungene Zusammenarbeit zwischen der Gewerbeschule, Traditionsgemeinschaft und Volksbund habe gezeigt, wie sich praktisches Engagement, lokale Erinnerungskultur und historisches Lernen sinnvoll miteinander verbinden lassen. Die Schülerinnen und Schüler hätten nicht nur einen Beitrag zum Erhalt eines Kulturdenkmals geleistet, sondern zugleich wichtige Einblicke in die Geschichte ihrer Heimatstadt gewonnen.